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Praxisratgeber

Regenwasser vom Dach in Litern berechnen

Regenwassermenge aus projizierter Dachfläche, Niederschlag und Verlusten bestimmen und mit dem freien Tankvolumen vergleichen.

Ratgeber-Illustration: Regenwasser vom Dach in Litern berechnen
Formel, Einheiten und Beispiel dokumentiertSo wird dieser Ratgeber geprüft

Was die Berechnung aussagt

Ein Millimeter Niederschlag auf einen Quadratmeter entspricht vor Verlusten einem Liter. Für eine realistische Speicherschätzung wird die horizontal projizierte Dachfläche mit Niederschlag und einem Abflussbeiwert für Benetzung, Spritzverluste, Verdunstung, Erstabfluss und Rinnenverluste multipliziert.

Bezugsformel
sammelbare Liter = projizierte Dachfläche (m²) × Niederschlag (mm) × Abflussbeiwert
Einheiten im Überblick
1 L = 1.000 cm³ · 1 m³ = 1.000 L

Zuverlässiges Vorgehen

  1. Alle Dachabschnitte abgrenzen, die tatsächlich in dasselbe Rinnensystem entwässern. Verwendet wird die projizierte Fläche im Grundriss; die Dachneigung vergrößert nicht den Regen über dem Grundstück.
  2. Den Niederschlag in Millimetern für das untersuchte Ereignis oder den Zeitraum wählen. Eine Monatssumme beschreibt einen Monatsertrag und nicht das Volumen eines einzelnen Schauers.
  3. Fläche und Niederschlag multiplizieren und einen dokumentierten oder gemessenen Abflussbeiwert anwenden. Einen bekannten Erstabfluss separat abziehen.
  4. Den geschätzten Zufluss mit dem aktuell freien Tankvolumen und dem Verbrauch zwischen Regenereignissen vergleichen. Überschüsse sind möglicher Überlauf und kein nutzbarer Speicher.

Praxisbeispiel

Auf 85 m² projizierte Dachfläche fallen 24 mm Regen. Mit einem Abflussbeiwert von 0,85 ergeben sich 85 × 24 × 0,85 = 1.734 Liter. Sind im Tank nur 1.000 Liter frei, laufen ohne weiteren Speicher rund 734 Liter über.

Planungswerkzeug

Wie viel Regenwasser liefert Ihr Dach?

Schätzen Sie den Zulauf zum Tank und prüfen Sie, wie viel bei einem Regenereignis gespeichert wird oder überläuft.

Editierbares Beispiel
Die waagerechte Grundfläche verwenden, nicht die geneigte Dachfläche.
mm
Ein Millimeter auf einem Quadratmeter entspricht einem Liter.
%
Verluste durch Spritzwasser, Erstablauf, Rinnen und Filter berücksichtigen.
l
Leer lassen, wenn nur die sammelbare Menge gesucht ist.

Ergebnis richtig einordnen

Eine Monatssumme darf nicht wie ein einzelnes Regenereignis behandelt werden. Dachablauf ist ohne geeignete Aufbereitung, Prüfung und Beachtung lokaler Vorschriften kein Trinkwasser.

Das Ergebnis ist ein potenzieller Zufluss und keine garantierte Versorgung. Auch bei hohem Jahresertrag kann der Tank in einer Trockenphase leer werden. Entscheidend sind die tägliche Regenfolge, Entnahme, Anfangsfüllung und Überlauf.

Welche Dachfläche in die Rechnung gehört

Bei senkrechtem Regen zählt die horizontale Projektion aller an die Fallleitung angeschlossenen Dachflächen. Sie kann aus dem Grundriss oder aus horizontaler Länge mal horizontaler Breite bestimmt werden.

Wind beeinflusst die tatsächliche Verteilung. Die geneigte Dachoberfläche einzusetzen führt jedoch meist zu einer systematischen Überschätzung. Für eine genauere Planung mehrere Regenereignisse mit dem gemessenen Anstieg im Tank vergleichen.

  • 1 mm × 1 m² = 1 L
  • Nettozufluss = Bruttozufluss × Abflussbeiwert
  • möglicher Überlauf = max(0, Nettozufluss − freier Speicher)

Schnelltabelle für 50 m² Dachfläche

Die Werte gelten für einen Abflussbeiwert von 0,80 und dienen der Größenkontrolle. Für die Planung sind örtlich begründete Eingaben erforderlich.

Horizontal wischen, um alle Spalten zu sehen

Geschätzte Sammlung von 50 m² bei Abflussbeiwert 0,80
NiederschlagBruttomengegeschätzte Sammlung
5 mm250 L200 L
10 mm500 L400 L
20 mm1.000 L800 L
30 mm1.500 L1.200 L
50 mm2.500 L2.000 L

Prüfung vor der Verwendung

  • Die Fläche umfasst ausschließlich die an den Tank angeschlossenen Dachseiten.
  • Die Niederschlagsdaten stammen von einer repräsentativen Station und passen zum betrachteten Zeitraum.
  • Der Abflussbeiwert ist als Annahme dokumentiert und enthält keine bereits separat abgezogenen Verluste.
  • Rinnen, Fallrohre, Filter, Überlauf und Tankfundament sind für Durchfluss und gespeicherte Masse ausgelegt.

Fragen aus der Praxis

Geneigte oder projizierte Dachfläche verwenden?

Die horizontale Projektion der angeschlossenen Dachfläche verwenden. Die Neigung verlängert den Sparren, aber nicht die Grundfläche, auf die senkrechter Regen fällt.

Welcher Abflussbeiwert ist richtig?

Einen Universalwert gibt es nicht. Material, Neigung, Wartung, Filter und Erstabfluss wirken zusammen. Einen dokumentierten Planungswert verwenden oder aus Regen und gemessenem Tankanstieg kalibrieren.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Eine tägliche Wasserbilanz aus örtlichem Regen und Entnahme rechnen. Eine Jahressumme bildet Trockenzeiten, bereits volle Tanks und Überlauf bei Starkregen nicht ab.

Ist Dachablauf als Trinkwasser geeignet?

Nicht ohne Weiteres. Dachmaterial, Tiere, Staub und Speicherung können Verunreinigungen eintragen. Trinkwassernutzung erfordert geeignete Technik, Analysen und die Einhaltung örtlicher Vorgaben.

Quellen und Referenzen

Diese Referenzen stützen die Einheiten, das Verfahren oder die erläuterten Grenzen.

  1. AEMET OpenData

    Offizielle meteorologische Beobachtungen und Datensätze des spanischen Wetterdienstes.

  2. US EPA National Stormwater Calculator

    Behördliches Werkzeug zur Modellierung von Niederschlag, Abfluss und Regenwassermaßnahmen.

  3. Umweltbundesamt: nachhaltige Regenwassernutzung

    Hinweise zu geeigneten Nutzungen, Grenzen und zur Anlagenplanung.

Angeschlossene Fläche, Regenzeitraum, Beiwert, Erstabfluss und freien Speicher dokumentieren. So lässt sich die Rechnung nach Änderungen an Dach oder Nutzung gezielt aktualisieren.

Lesen Sie, wie Formeln, Beispiele und Aktualisierungen geprüft werden.